Dystopien und fantastische Literatur als Gesellschaftskritik

Dystopie ist die neue Utopie. Ob Jugendbuch, Science-Fiction oder Near Fiction, es werden düstere Welten entworfen, die Faszination und Grauen auslösen. Bei aller enthaltenen Gesellschaftskritik bleibt es Unterhaltung, nach deren Konsum man sich freuen kann, dass die Realität ja bei weitem nicht so schlimm aussieht wie die düstere Zukunftsvision.

The Divergent (Wikipedia)

Aktuelle Beispiele sind die populären Kinofilme Tribute von Panem, In Time oder die jüngst verfilmte Jugendbuchreihe The Divergent (Die Bestimmung).

Wer sich Zeit zum lesen nimmt, findet weitere interessante Jugend- bzw. All-Age- sowie Erwachsenenliteratur zum Thema.
Der Roman Drohnenland von Tom Hillenbrandt ist ein Near-Future-Krimi mit vielfältigen Seitenhieben auf die moderne Technik aber auch auf die politische Entwicklung Europas und dessen Bedrohung durch Cyberkriminalität, Klimawandel, Bürokratie und Geldgier.
Die österreichische Autorin Ursula Poznanski begeistert mit intelligenten Krimis und Jugendbüchern, u.a. mit den Jugenbüchern Layers, Erebos und der dystopischen Science-Fiction-Trilogie Die Verratenen / Die Vernichteten. In eine ähnliche Richtung bewegt sich die vielbereiste Jugendbuchautorin Teri Terry, die in ihrer Trilogie eine gar nicht mal allzu unrealistische Zukunft des britischen Königreichs entwirft.

Buchcover: The Circle von Dave Eggers (Wikipedia)

The Circle von Dave Eggers ist eine Satire auf die besitzergreifende Macht der Sharing Economy, deren Streben nach einer digitalen Utopie mehr und mehr totalitäre Züge annimmt.

Zu den älteren Science-Ficiton-Klassikern,, die kaum an Aktualität eingebüßt haben, zählt unter anderem der mehrfach verfilmte surrealistische Roman Solaris des polnischen Autors Stanislaw Lem.

Continue reading Dystopien und fantastische Literatur als Gesellschaftskritik

Zeitreisende in der Literatur

Die Farben der Zeit (Original: To say nothing of the dog, 1997) von Connie Willis ist eins dieser Bücher, dem man besser nicht das Etikett „Science Fiction“ aufdrücken sollte. Science kommt nur am Rande vor (und ist hier weder glaubwürdig noch relevant). Interessant sind die Zeitreisen, die vor allem ins viktorianische Zeitalter in England führen und besonders alle diejenigen amüsieren werden, die sich mit der Literatur jener Zeit gut auskennen. Ich gehöre eigentlich nicht dazu und habe bestimmt die eine oder andere Anspielung verpasst, aber das Buch hat mir wirklich viel Spaß gemacht. Die Situationskomik versteht man so oder so.

Weitere eher romantische Zeitreisen beschreiben Die Frau des Zeitreisenden von Audrey Niffenegger, und die Edelstein-Trilogie von Kerstin Gier (Liebe geht durch alle Zeiten, mit den Titeln Rubinrot, Saphirblau und Smaragdgrün).

Der bekannte Comedian Will Smith reist im dritten Teil von Men in Black in die wilden Sechzigerjahre. Die Science-Fiction-Parodie ist gute Unterhaltung für die ganze Familie mit einem mitreißenden Soundtrack.

Denzel Washington reist in dem atmosphärischen Krimi Déjà Vu durch die Zeit, um einen merkwürdigen Fall in San Francisco zu lösen, während der österreichische Schauspieler und spätere Gouverneur von Kalifornien, Arnold Schwarzenegger in dem Film Terminator als böser menschenähnlicher Roboter aus der Zukunft Angst und Schrecken verbreitet. Vielleicht noch bekannter ist der zeitlos beliebte Kultfilm Zurück in die Zukunft.