Tomás Saraceno – in orbit – begehbare Kunst unter dem Dach des K21

in orbit - Installation von Tomás Saraceno im K21 in Düsseldorf
Foto © 2013 Studio Tomás Saraceno

Hoch hinaus: eine begehbare Kunst-Installation von Tomás Saraceno lädt mutige Museumsbesucher ein, hoch über der Eingangshalle des K21 im ehemaligen Ständehaus Düsseldorf in einer Drahtkonstruktion herumzuklettern. Eindrucksvoll ist es bereits, den anderen Besuchern dabei zuzusehen, wie sie sich scheinbar schwerelos unter dem Glasdach des renovierten Gebäudes bewegen. Passend benannt war der Thementag „Im Netz der Spinne“ im November 2013. Die Ausstellung war ursprünglich bis Ende 2015 geöffnet, wurde wegen großer Beliebtheit mehrfach verlängert und ist auch 2017 wieder öffentlich begehbar.

www.kunstsammlung.de/entdecken/ausstellungen/tomas-saraceno.html

Post-Privacy, Transparenz- und Fakebook-Kunst

Vielen ist Datenschutz anscheinend egal. Scheinbar gleicht ihr Leben einem offenen Tagebuch, in dem sie intime Details und peinliche Geheimnisse preisgeben, ganz im Sinne des Post-Privacy-Mottos, man solle nicht löschen und vergessen, sondern verzeihen. Doch vieles, was man im Internet mit Freunde und Fremden teilt, ist von der Wahrheit weit entfernt. Digitale Lügen und geschönte Wunschbilder dominieren die Daten der Massen. Unerwünschte Ansichten werden verschwiegen oder nur mit denen geteilt, die ohnehin die gleiche Meinung haben. „Auch im Netz regiert die Schweigespirale,“ berichtete die FAZ.

Mehrere künstlerische Projekte beschäftigen sich mit diesen Phänomenen. Als „Fakebook“ produzierte die niederländische Künstlerin Zilla van den Born ihren glaubhaften, aber erfundenen Bericht über eine vermeintliche Asienreise. Die manipulierten Fotomontagen und Chat-Kulissen täuschten sogar Freunde und Eltern. Mit ihrem „Fakebooking“ kritisiert Zilla die Leichtgläubigkeit, mit der wir oftmals Opfer geschönter Bilder und Werbebotschaften werden.

Intimacy 2.0 (Quelle: Wikimedia)

Während es an politischer Transparenz oft mangelt, ist modische Transparenz überall zu sehen. Das Kunstprojekt Intimacy 2.0 von Daan Roosegaarde spielt mit Selbstdarstellung und Voyeurismus und zeigt Stoffe die bei Erregung durchsichtig werden.

Ungewollte Transparenz thematisieren Xuedi Chen und Pedro Oliveira. Mit ihrem Data Striptease x.pose wollen sie unsere unbewusste Dauerentblößung bewusst machen, indem sie sie „aus der vermeintlich unkonkreten virtuellen Welt“ in die materielle Realität übertragen. Das Kunstwerk ist ein interaktives Kleid, dessen Elemente die Stadtviertel von New York repräsentieren. Die einzelnen Elemente werden transparent, wenn die Künstlerin den entsprechenden Stadtteil besucht.