Green Showroom, Ethical Fashion und der Trend zum eigenen Stil

Umweltbewusste Mode ist im Mainstream angekommen. Auf der Berlin Fashion Week 2016 gibt es einen Green Showroom und die Ethical Fashion Week. Ökologische Mode verliert nun endlich ihr früheres Nischendasein.

Eine anderer interessanter Trend zu Upcycling, Second-Hand und Handarbeit (DYI – Do It Yourself) stellt ebenfalls eine Alternative zur modischen Massenproduktion der großen Labels und Kaufhäuser dar. Überfluss und Wegwerfgesellschaft wecken das Bedürfnis nach guten Dingen, die Bestand haben, persönlicher Stil und eine feine Auswahl wirklich passender Kleidungsstücke macht auf Dauer glücklicher als der vermeintlichen Mode hinterherzulaufen. Personal Shopper, Aufräum- und Stilberatung erfahren entsprechenden Aufwind, denn mit viel Erfahrung und geübtem Blick kann eine Mode- und Stilberaterin schnell helfen, Ordnung in überquellende Kleiderschränke zu bringen.

Ethical Fashion Show Berlin (Quelle: http://ethicalfashionshowberlin.com)

Armedangels – Fairness Is Never Out Of Fashion

Mode ist nicht nur Chic, Design und Ästhetik, sondern leider oft auch Umweltzerstörung, Hungerlöhne und Kinderarbeit. Das muss nicht sein: Immer mehr Designer, Labels und Shops bieten Mode, die nicht nur fair und ökologisch ist, sondern auch cool und elegant. So auch Armedangels: Aus der Studenten-WG im Belgischen Viertel von Köln ist inzwischen ein professionelles Team geworden, das immer noch den Plan verfolgt, „das fairste Modelabel der Welt zu werden“. Info und Online-Shop: www.armedangels.de

Armedangels Store in Köln
Foto © armedangels

Post-Privacy, Transparenz- und Fakebook-Kunst

Vielen ist Datenschutz anscheinend egal. Scheinbar gleicht ihr Leben einem offenen Tagebuch, in dem sie intime Details und peinliche Geheimnisse preisgeben, ganz im Sinne des Post-Privacy-Mottos, man solle nicht löschen und vergessen, sondern verzeihen. Doch vieles, was man im Internet mit Freunde und Fremden teilt, ist von der Wahrheit weit entfernt. Digitale Lügen und geschönte Wunschbilder dominieren die Daten der Massen. Unerwünschte Ansichten werden verschwiegen oder nur mit denen geteilt, die ohnehin die gleiche Meinung haben. „Auch im Netz regiert die Schweigespirale,“ berichtete die FAZ.

Mehrere künstlerische Projekte beschäftigen sich mit diesen Phänomenen. Als „Fakebook“ produzierte die niederländische Künstlerin Zilla van den Born ihren glaubhaften, aber erfundenen Bericht über eine vermeintliche Asienreise. Die manipulierten Fotomontagen und Chat-Kulissen täuschten sogar Freunde und Eltern. Mit ihrem „Fakebooking“ kritisiert Zilla die Leichtgläubigkeit, mit der wir oftmals Opfer geschönter Bilder und Werbebotschaften werden.

Intimacy 2.0 (Quelle: Wikimedia)

Während es an politischer Transparenz oft mangelt, ist modische Transparenz überall zu sehen. Das Kunstprojekt Intimacy 2.0 von Daan Roosegaarde spielt mit Selbstdarstellung und Voyeurismus und zeigt Stoffe die bei Erregung durchsichtig werden.

Ungewollte Transparenz thematisieren Xuedi Chen und Pedro Oliveira. Mit ihrem Data Striptease x.pose wollen sie unsere unbewusste Dauerentblößung bewusst machen, indem sie sie „aus der vermeintlich unkonkreten virtuellen Welt“ in die materielle Realität übertragen. Das Kunstwerk ist ein interaktives Kleid, dessen Elemente die Stadtviertel von New York repräsentieren. Die einzelnen Elemente werden transparent, wenn die Künstlerin den entsprechenden Stadtteil besucht.

Yin Xiuzhen aus China macht aus Kleidern Kunst

Yin Xiuzhen (Foto: dpa)
Foto: Caroline Seidel/dpa +++ © dpa – Bildfunk +++

Bericht über die faszinierende Ausstellung einer faszinierenden Künstlerin aus China: Yin Xiuzhen steht am 14.12.2012 in der Kunsthalle in Düsseldorf (Nordrhein-Westfalen) vor ihrem Objekt „Collective Subconscious“. Zu sehen sind ihre Kunstwerke vom 15.12.2012 bis 10.03.2013 in der Düsseldorfer Kunsthalle.
www.kunsthalle-duesseldorf.de