Recht auf Vergessenwerden

Der Artikel „Recht auf Vergessenwerden“ von Ingo Steinke erschien erstmals im November 2014 im MCG-Brief des Marie-Curie-Gymnasiums Düsseldorf.

Was viele Schüler sehr gut können, das fällt dem Internet ziemlich schwer: das Vergessen.

Täglich werden viele Daten gesammelt und hochgeladen. Das Wissen der Menschheit wächst, Schwarmintelligenz und Big Data machen uns immer schlauer, und das gewonnene Wissen wird nur im Dienste der Allgemeinheit verwendet. So könnte die schöne neue Welt sein, aber bekanntlich verhält es sich in Wirklichkeit ein bisschen anders.

Wahr ist, dass sehr viele Daten erfasst und hochgeladen werden. Firmen, Geheimdienste und Kriminelle beobachten uns und können unsere Daten in ihrem Interesse nutzen. Wissen ist Macht, und diese Macht kann auch gegen denjenigen verwendet werden, über den man viel weiß.

Wieviel tatsächlich über einen Menschen gespeichert wird, wollte der Politiker Malte Spitz ganz genau wissen. Er forderte von Firmen wie Facebook Berichte über die gespeicherten Daten. Seine Recherchen sind als Buch mit dem Titel „Was macht ihr mit meinen Daten“ erschienen.

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Frei statt nur kostenlos: Open Source Software

„Was nichts kostet, ist auch nichts,“ hieß es früher. Kostenlos oder unschlagbar billig werden heute viele Dienstleistungen angeboten, doch meistens hat die Sache einen Haken: teure Abofallen, Datensammelwut, Abhängigkeit von großen Konzernen sind oft der Preis für die verlockenden Angebote. Anders verhält es sich bei der gemeinnützigen Open Source Software: satzungsgemäß bleibt sie im Besitz der Allgemeinheit und jeder ist frei, die Funktionsweise zu studieren oder eine eigene Version einer Software zu betreiben und zu entwickeln.

Wer seine Daten und Geräte unabhängig von Wirtschaft und Staat betreiben möchte, findet mit Open Source Software Alternativen zu den bekannten kommerziellen Lösungen: Der Kartendienst Open Street Maps, das bekannte Online-Lexikon Wikipedia, die Suchmaschine MetaGer, die Betriebssysteme Linux (z.B. Ubuntu Linux für PC/Laptop) und LineageOS (freie Android-Variante für Smartphone/Tablet), der Android-App-Store f-droid, der Browser Firefox sind nur einige von vielen Beispielen. Dazu muss man kein Technik-Profi sein, konkrete Anleitungen in der Fachpresse helfen auch interessierten Laien, siehe z.B. Android geht auch ohne Google (heise.de).

Auch Betrieb und Analyse von Websites und Online-Shops ist ohne internationale „Datenkraken“ möglich: Anstelle des beinahe allgegenwärtigen Google Analytics liefert die Open-Source Web-Analytics-Software Piwik direkt auf dem eigenen Server Auswertungen und Analysen zu Besucherströmen und Käuferverhalten.

Ausbildung statt Abschiebung: der Pianist Aeham Ahmad bekommt Beethoven-Preis

Der Pianist Aeham Ahmad hielt sehr lange dem syrischen Bürgerkrieg stand und reiste mit seinem Klavier durch die zerstörte Stadt, um mit seiner Musik Freude und Hoffnung zu verbreiten. Religiöse Fanatiker zerstörten sein Klavier, nun ist auch Ahmad ein syrischer Flüchtling in Deutschland. Für seinen Mut und seine Hoffnung erhielt er nun den internationalen Beethoven-Preis.

Ein ausführlicher Bericht findet sich bei der gemeinnützigen Organisation Ausbildung statt Abschiebung (AsA) e.V.:
asa-bonn.org/verleihung-des-internationalen-beethoven-preises-an-den-syrisch-palaestinensischen-musiker-aeham-ahmad-2

Kaufen und helfen

Mithilfe von Seiten wie ­Bildungsspender.de ­Planethelp.de­ oder ­Schulengel.de­ können Kunden online einkaufen und in der realen Welt Gutes tun. Will ein Kunde zum Beispiel eine Waschmaschine kaufen, geht er vorher auf eine solche Seite und wählt aus Hunderten von Läden einen aus, beispielsweise Jako-O, Zalando oder OTTO. Klickt man etwa den OTTO-Versand an, wird er auf dessen Seite geleitet. Wenn er dort bestellt, verspricht Otto, 6 Prozent des Preises an eine Hilfsorganisation zu spenden. Der Kunde kann zuvor auswählen, an welche Organisation oder Einrichtung das Geld gehen soll. Das kann auch die Schule der eigenen Kinder sein. Falls sie dort noch nicht registriert ist, kann er das selber nachholen. Siehe auch: „Beim Kaufen Gutes tun“ – Bericht der Stiftung Warentest.

Wer einen neuen Laptop-Computer kauft, hat dadurch ein älteres, aber meistens noch funktionstüchtiges Modell übrig. Wenn kein Bedarf in der eigenen Familie besteht, kann man das Gerät
der
Hilfsorganisation Labdoo
spenden. Es wird dann als Internetzugang für Schulen verwendet, die sich keine eigenen Computer leisten können.