Open Mind Culture

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Smart Cities, Verkehrswende und Datenschutz

Aktuelles Beispiel in der Datenschutzdebatte ist die Zukunft unserer Infrastruktur. „Smart Cities“, „Smart Home“ und elektronische Medizintechnik wecken gleichermaßen Hoffnungen und Befürchtungen. Moderne, lebenswerte Städte ohne Stau und ein langes, gesundes Leben erhoffen wir uns dank Vernetzung und künstlicher Intelligenz, jedoch wird dabei oft die natürliche Intelligenz (das eigene Gehirn) ausgeschaltet und die Herausforderungen bezüglich Datenschutz und Sicherheit vergessen. Technologischer Fortschritt ist kein Selbstzweck, sondern ein Werkzeug dessen sich die Menschen bedienen können.

„Die Stadt der Zukunft ist keine Frage von „smart city“-Technologie, sondern von Intelligenz vor Ort,“ schreibt Martin Randelhoff im Blog Zukunft Mobilität.

Die Datenschutzdebatte ist inzwischen auch bei den Vorreitern von „Big Data“ angekommen. So beschäftigt das, oft als „Datenkrake“ kritisierte Unternehmen Google in München ein eigenes Datenschutz-Team und fordert ihre Nutzer dazu auf, die Privatsphäre-Einstellungen zu nutzen, und Social-Media-Schwergewicht Facebook gibt in großen Werbeanzeigen Nachhilfe in Sachen Medienkompetenz. Die Verkehrswende bleibt jedoch weiterhin ein unerfüllter Traum. Täglich stehen Millionen Pendler im Stau und viele denken beim Thema Verkehrwende vor allem an Elektromobilität, Drohnen, Lufttaxis und Raketen. Wichtiger wäre aber, den vernachlässigten Ausbau von Bahnstrecken und Radwegen nachzuholen und die bestehende Infrastruktur vor dem weiteren Verfall zu schützen. Das funktioniert im Übrigen auch mit bestehenden Mitteln und ganz ohne Technologie aus Amerika und Fernost.

Nachdem die ersten Schritte in Richtung „Smart Home“ von „digital naiven“ buchstäblich Tür und Tor für Hacker geöffnet haben (u.a. mit unverschlüsselten Passwörtern bei elektronischen Türschlössern), muss die weitere Digitalisierung der Gesellschaft professionell betrieben werden, anonsten wird sie besonders in Deutschland weiterhin auf große Skepsis stoßen.

Ausgediente Laptops der Bildung spenden

Nicht nur zu Weihnachten beschenken wir uns gerne in unserem Wirtschaftswunderland. Neue Technik ist immer noch sehr beliebt: E-Book-Reader, Smartphones, Fernseher oder ein neuer Computer. Die alten Geräte stehen herum oder landen im Müll, weil sie scheinbar nicht mehr gut genug sind. Dabei lassen sich besonders ältere Laptops sehr gut als öffentliche Computer in Bibliotheken und Schulen nutzen, dort wo Computer und Bildung immer noch Mangelware sind. Wikipedia und Open Office eröffnen Schülern Zugang zu Bildung, Kultur und Freiheit. Der gemeinnützige Verein Labdoo bringt gespendete Geräte auf den neusten Stand und bringt sie dorthin, wo sie gebraucht werden, sei es in Entwicklungsländern, oder in deutschen Flüchtlingsheimen. www.labdoo.org

Dystopien und fantastische Literatur als Gesellschaftskritik

Dystopie ist die neue Utopie. Ob Jugendbuch, Science-Fiction oder Near Fiction, es werden düstere Welten entworfen, die Faszination und Grauen auslösen. Bei aller enthaltenen Gesellschaftskritik bleibt es Unterhaltung, nach deren Konsum man sich freuen kann, dass die Realität ja bei weitem nicht so schlimm aussieht wie die düstere Zukunftsvision.

Aktuelle Beispiele sind die populären Kinofilme Tribute von Panem, In Time oder die jüngst verfilmte Jugendbuchreihe Divergent (Die Bestimmung).

Wer sich Zeit zum lesen nimmt, findet weitere interessante Jugend- bzw. All-Age- sowie Erwachsenenliteratur zum Thema.
Der Roman Drohnenland von Tom Hillenbrandt ist ein Near-Future-Krimi mit vielfältigen Seitenhieben auf die moderne Technik aber auch auf die politische Entwicklung Europas und dessen Bedrohung durch Cyberkriminalität, Klimawandel, Bürokratie und Geldgier.
Die österreichische Autorin Ursula Poznanski begeistert mit intelligenten Krimis und Jugendbüchern, u.a. mit den Jugenbüchern Layers, Erebos und der dystopischen Science-Fiction-Trilogie Die Verratenen / Die Vernichteten. In eine ähnliche Richtung bewegt sich die vielbereiste Jugendbuchautorin Teri Terry, die in ihrer Trilogie eine gar nicht mal allzu unrealistische Zukunft des britischen Königreichs entwirft.

The Circle von Dave Eggers ist eine Satire auf die besitzergreifende Macht der Sharing Economy, deren Streben nach einer digitalen Utopie mehr und mehr totalitäre Züge annimmt.

Zu den älteren Science-Ficiton-Klassikern,, die kaum an Aktualität eingebüßt haben, zählt unter anderem der mehrfach verfilmte surrealistische Roman Solaris des polnischen Autors Stanislaw Lem.

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Frei statt nur kostenlos: Open Source Software

„Was nichts kostet, ist auch nichts,“ hieß es früher. Kostenlos oder unschlagbar billig werden heute viele Dienstleistungen angeboten, doch meistens hat die Sache einen Haken: teure Abofallen, Datensammelwut, Abhängigkeit von großen Konzernen sind oft der Preis für die verlockenden Angebote. Anders verhält es sich bei der gemeinnützigen Open Source Software: satzungsgemäß bleibt sie im Besitz der Allgemeinheit und jeder ist frei, die Funktionsweise zu studieren oder eine eigene Version einer Software zu betreiben und zu entwickeln.

Wer seine Daten und Geräte unabhängig von Wirtschaft und Staat betreiben möchte, findet mit Open Source Software Alternativen zu den bekannten kommerziellen Lösungen: Der Kartendienst Open Street Map, das bekannte Online-Lexikon Wikipedia, die Suchmaschine MetaGer, die Betriebssysteme Linux (z.B. Ubuntu Linux für PC/Laptop) und LineageOS (freie Android-Variante für Smartphone/Tablet), der Android-App-Store f-droid, der Browser Firefox sind nur einige von vielen Beispielen. Dazu muss man kein Technik-Profi sein, konkrete Anleitungen in der Fachpresse helfen auch interessierten Laien, siehe z.B. Android geht auch ohne Google (heise.de).

Theaterfestival Heimspiel (Vom Leben und Sterben)

„Wilhelm ist Hellseher, doch das bringt ihm keinen Nutzen.“ Beim Open-Air-Theater auf der Burg Vischering präsentierten das Münsteraner Kammertheater „Der kleine Bühnenboden“ und das Theater Freuynde + Gaesdte die Uraufführung von „Vom Leben und Sterben“ (Van’t Liewen Un Stiäwen) des Autors und Musikers Marcel Dreckmann im Rahmen des Theaterfestivals HEIMspiel.

Die Inszenierung des Intendanten Konrad Haller erzählt die Geschichte eines jungen Mannes, der im Schatten der wuchtigen Burg Vischering aufwächst. Schon früh zeigt sich, dass besagter Wilhelm über besondere Fähigkeiten verfügt, die ihn in den Augen seiner Mitmenschen zu einem – eher gemiedenen als respektierten – Außenseiter werden lassen. Wilhelms Schicksal ist eine Geschichte, die sich aus den Legenden und Volkssagen des neblig-verwunschenen Davertmoors speist. Erzählt wird sie in einem eigenwilligen Genremix aus Schauspiel und Livemusik.
Deshalb spielen neben den beiden Darstellern Stefan Nászay und Tine Schoch auch die Musiker der Folkband „Wöljager“ eine wesentliche Rolle.

Außerdem sind im Rahmen des HEIMspiel Festivals u.a. die Aufführungen
UmBruch von Fetter Fisch, Stillleben mit Leiche von Freuynde + Gaesdte zu sehen.

Green Showroom, Ethical Fashion und der Trend zum eigenen Stil

Umweltbewusste Mode ist im Mainstream angekommen. Auf der Berlin Fashion Week 2016 gibt es einen Green Showroom und die Ethical Fashion Week. Ökologische Mode verliert nun endlich ihr früheres Nischendasein.

Eine anderer interessanter Trend zu Upcycling, Second-Hand und Handarbeit (Do It Yourself) stellt ebenfalls eine Alternative zur modischen Massenproduktion der großen Labels und Kaufhäuser dar. Überfluss und Wegwerfgesellschaft wecken das Bedürfnis nach guten Dingen, die Bestand haben, persönlicher Stil und eine feine Auswahl wirklich passender Kleidungsstücke macht auf Dauer glücklicher als der vermeintlichen Mode hinterherzulaufen. Personal Shopper, Aufräum- und Stilberatung erfahren entsprechenden Aufwind, denn mit viel Erfahrung und geübtem Blick kann eine Stilberaterin schnell helfen, Ordnung in das Chaos vieler überquellender Kleiderschränke zu bringen.