Open Mind Culture

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Theaterfestival Heimspiel (Vom Leben und Sterben)

“Wilhelm ist Hellseher, doch das bringt ihm keinen Nutzen.” Beim Open-Air-Theater auf der Burg Vischering präsentierten das Münsteraner Kammertheater “Der kleine Bühnenboden” und das Theater Freuynde + Gaesdte die Uraufführung von „Vom Leben und Sterben“ (Van’t Liewen Un Stiäwen) des Autors und Musikers Marcel Dreckmann im Rahmen des Theaterfestivals HEIMspiel.

Die Inszenierung des Intendanten Konrad Haller erzählt die Geschichte eines jungen Mannes, der im Schatten der wuchtigen Burg Vischering aufwächst. Schon früh zeigt sich, dass besagter Wilhelm über besondere Fähigkeiten verfügt, die ihn in den Augen seiner Mitmenschen zu einem – eher gemiedenen als respektierten – Außenseiter werden lassen. Wilhelms Schicksal ist eine Geschichte, die sich aus den Legenden und Volkssagen des neblig-verwunschenen Davertmoors speist. Erzählt wird sie in einem eigenwilligen Genremix aus Schauspiel und Livemusik.
Deshalb spielen neben den beiden Darstellern Stefan Nászay und Tine Schoch auch die Musiker der Folkband „Wöljager“ eine wesentliche Rolle.

Außerdem sind im Rahmen des HEIMspiel Festivals u.a. die Aufführungen
UmBruch von Fetter Fisch, Stillleben mit Leiche von Freuynde + Gaesdte zu sehen.

Alles super hier? Superhelden, Supermodels, Superfood

Abhängen, “Superfood” futtern und Superhelden anhimmeln? So sind wir, das verraten die Kino-Bestseller-Listen. Aber wie gefährlich ist die moderne Heldenverehrung? Welche Vorbilder geben uns die Superstars und Topmodels in den Medien? Und wer protestiert denn mal gegen Gleichschaltung und Verblödung? Pink Stinks zum Beispiel, und zwar mit kreativen Aktionen nach dem Motto :

Gedenken an Leila Alaoui

Die Fotografin Leila Alaoui wurde in Ouagadougou von Terroristen ermordet. Sie arbeitete dort an einer Reportage über Frauenrechte. Ihre Serie beeindruckender Portraits aus Marokko war derweil in Paris zu bewundern. Gedenken an eine Künstlerin die in Deutschland nur wenige kannten. www.leilaalaoui.com

Fotografin Leila Alaoui mit Portraitfotos auf der Ausstellung in Paris
Foto © Leila Alaoui

Julien Bam: Realität vs. Musik

Mit Musik geht alles besser! Schauplatz Kölner Hauptbahnhof: hektische Menschenmassen, bunte Partygäste, empörte Demonstranten, gestresste Bahnreisende, lange Schlangen an den Zügen und vor den Toiletten. Musik und Street Dance lassen uns die Szenerie im Video von Julien Bam aus einer künstlerischen Perspektive betrachten. Da darf auch der Schaffner sich von seiner coole Seite zeigen.

Ausbildung statt Abschiebung: der Pianist Aeham Ahmad bekommt Beethoven-Preis

Der Pianist Aeham Ahmad hielt sehr lange dem syrischen Bürgerkrieg stand und reiste mit seinem Klavier durch die zerstörte Stadt, um mit seiner Musik Freude und Hoffnung zu verbreiten. Religiöse Fanatiker zerstörten sein Klavier, nun ist auch Ahmad ein syrischer Flüchtling in Deutschland. Für seinen Mut und seine Hoffnung erhielt er nun den internationalen Beethoven-Preis.

Ein ausführlicher Bericht findet sich bei der gemeinnützigen Organisation Ausbildung statt Abschiebung (AsA) e.V.:
asa-bonn.org/verleihung-des-internationalen-beethoven-preises-an-den-syrisch-palaestinensischen-musiker-aeham-ahmad-2

Ausgediente Laptops der Bildung spenden

Nicht nur zu Weihnachten beschenken wir uns gerne in unserem Wirtschaftswunderland. Neue Technik ist immer noch sehr beliebt: E-Book-Reader, Smartphones, Fernseher oder ein neuer Computer. Die alten Geräte stehen herum oder landen im Müll, weil sie scheinbar nicht mehr gut genug sind. Dabei lassen sich besonders ältere Laptops sehr gut als öffentliche Computer in Bibliotheken und Schulen nutzen, dort wo Computer und Bildung immer noch Mangelware sind. Wikipedia und Open Office eröffnen Schülern Zugang zu Bildung, Kultur und Freiheit. Der gemeinnützige Verein Labdoo bringt gespendete Geräte auf den neusten Stand und bringt sie dorthin, wo sie gebraucht werden, sei es in Entwicklungsländern, oder in deutschen Flüchtlingsheimen. www.labdoo.org

Willkommenskultur als neue Leitkultur

Deutschland ist bunt, vielfältig und beliebt geworden. Vom deutschen Reich und der bequemen, aber provinziellen Kohl-Ära wollen viele nichts mehr wissen, und das ist auch gut so. Aber die protestierenden Wutbürger legen ihre Finger in offene Wunden, wenn sie Versäumnisse und Missstände der Politik anprangern, die sich oft von Stimmungen der Masse treiben lässt und dabei langfristige Investitionen und vorausschauende Planung versäumt. Auch das ist Deutschland: Chaotische Familien- und Schulpolitik, fehlende Lehrer und Erzieher, Langzeitarbeitslosigkeit bei gleichzeitigem Fachkräftemangel und die Verschwendung öffentlicher Gelder in gescheiterten Großbaustellen wie dem Berliner Flughafen.

Trotz aller Kritik ist unser Land aber ziemlich gut organisiert und hat zudem eine weltoffene, lebensfrohe und teilweise auch nachdenkliche Leitkultur entwickelt, die sich auch sehr gut mit der Tradition eines undogmatischen Islam und arabischer Herzlichkeit vertragen wird.

Die Welle der Flüchtlinge, die nun herzlich begrüßt und dabei unterstützt werden, in Deutschland eine neue Heimat zu finden, gibt Grund zur Hoffnung, dass die Menschheit trotz aller Krisen und Kriege eine menschenfreundliche, internationale Kultur entwickelt, die die Grenzen von Volk, Religion und Bürokratie überwindet und letztlich zu mehr Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit führt.