Endlich wieder was mit Bildern! In der Programmier- und Entwickler:innen- Community kursieren mindestens zwei verschiedene Variationen des beliebten Barista-Themas. „Ihren Job hätte ich gerne“ sagen hier zwei zugleich, eine Barista und eine Kundin, die als Freelancerin am Laptop arbeitet.

Ihren Job hätte ich gerne!


Disclaimer: alle Bilder in diesem Beitrag sind KI-generiert, hoffentlich nicht auf Kosten unbekannter Künstler:innen?

Der Struggle ist aber real. Ernste Diskussionen, Karriereentscheidungen, Coaching und Thereapiesitzungen drehen sich um Jobwechsel oder lieber bleiben. In populären Klischees sind Enwickler:innen faule Hipster die mit ihren Laptops in Cafés und Coworking-Spaces abhängen, oder aber zurückgezogen in dunklen Räumen in dunkle Kapuzenpullis gekleidet auf bunte Codezeilen die starren die auf mindestens drei übergroßen Monitoren leuchten. Diesen Klischees zufolge verdienen diese Menschen viel Geld.  Für viele gilt das tatsächlich, aber nicht für alle und nicht immer und nicht immer leicht. Viele von uns müssen früh aufstehen und in täglichen Statusmeetings Probleme und Erfolge präsentieren, je nach Firmenkultur oft schon um acht Uhr früh. Ich weiß, das sind Luxusprobleme.

Ich möchte kein Barista werden, aber kenne Leute, die das tun. Ein Kollege wäre am liebsten Hufschmied, würde es bloß besser bezahlt. Ein anderer hat tatsächlich seinen IT-Job geschmissen und arbeitet jetzt als Tanzlehrer. Aber ich kenne auch Teilzeit-Baristas, die auf Bootcamps oder Ausbildungsplätze sparen und auf eine Karriere als Entwickler:in hoffen.

Hier ist das originale Meme im KI-kreierten Comic-Stil mit einer „90 Tage später“ Fortsetzung.

Baristas werden Entwickler:innen und umgekehrt

Text im Bild: Baristas nehmen Coding-Unterricht um Entwickler zu werden. Entwickler träumen davon, cafés zu eröffnen und Baristas zu werden. 90 Tage später: „Ich bin ein Web-Entwickler“. (Alle:) „Ich bin ein Web-Entwickler.“

Das eigentliche Problem ist, dass dein Bootcamp-Wissen als Junior Web Developer dich nicht weit bringt, wenn alle anderen dieselbe Idee hatten.

Dann kam KI. KI kann programmieren. KI ist schuld an Entlassungswellen und fehlenden Stellen für Berufseinsteiger.

Nimmt uns KI alle Jobs weg?

Nein, nimmt sie nicht.

KI scheitert an ihren eigenen Versprechen. Du kannst von KI keine korrekten Ergebnisse erwarten, nicht wenn du dich anstrengst und schon gar nicht mit Leichtigkeit. KI ist grundsätzlich fehlerhaft und immer zufallsbehaftet, und das macht Menschen abergläubisch. Autodidaktische „KI-Experten” und „Vibe-Coder” werden von echten Experten verspottet, weil sie Dienstleistungen anbieten, die es gar nicht geben sollte. Claude, ChatGPT, Copilot und ihre unzähligen Varianten wurden entwickelt, um von normalen Menschen genutzt zu werden, ohne dass ein technisch versierter Experte erforderlich ist. Deshalb sollte es „Prompt Engineers” gar nicht geben.

Prompt Engineering

Text im Bild: Prompt Engineering sieht so aus: (Person mit Klemmbrett und Schürze: „Ich bin eine Coffee Ordering Expertin! Ich beherrsche die Geheimsprache der Baristas und kann eure Bestellungen übersetzen!“ – „???“ – „Ich will doch bloß einen schwarzen Kaffee.“

KI-Bilderstellung ist schon weit gekommen. Wenn du Glück hast, malt dir ChatGPT oder Gemini ein Bild, das du selbst nicht besser hinkriegst. Hast du noch mehr Glück, dann entspricht es vielleicht sogar deiner Beschreibung. Ich habe eine Auswahl von Zeichnungen, Fotos und KI-Cartoons als Vorlage verwendet, um die KI in die richtige Richtung zu führen und die typischen Stereotypen bärtiger weißer California-Dudes und US-Amerikanischer Tech-Bros zu vermeiden. Das ist mein Beitrag zum Prompt Engineering. Credits gebühren Erik Dietrich, in dessen „Great Commoditizer“ ich die Prompt-Engineering-Idee entdeckte und allen ubekannten Künstlerinnen und Künstlern und Stock-Fotomodellen die hoffentlich für ihre ursprüngliche Arbeit bezahlt wurden, mit der dann die KI trainiert wurde.

Schau dir dann mal den unteren Cartoon an.

Unlustige KI-Memes

Das ist nicht mal lustig! Vergleiche diesen amerikanischen Klischee-Cartoon mit dem vermessenen glänzenden Roboter und dem mürrischen weißen Entwickler mit den Barista-Comics weiter oben. All diese Bilder habe ich bereits in Meme-Monday-Beiträgen und in ausführlichen Artikeln über ethische Aspekte von KI und mögliche Alternativen in meinem anderen Blog auf DEV.to veröffentlicht, der sich mehr auf technische Themen konzentriert und auch leider noch mehr Publikum anzuziehen scheint als die Open-Mind-Culture-Website.

DEV’s KI-Bildgenerator baut auf Googles Nano-Banana-Engine, aber mit zusätzlicher retrofuturistischer Stilvorgabe die in neon-pink und türkis Deko und Geräte im Achtziger-Jahre-Stil zeigt. Auch mit zusätzlichem Prompt, um für vielfältigere Charaktere zu sorgen, nutzen wir dort immer noch unfaire Technologie die anfällig für Stereotype ist und originale Künstler:innen abzieht ohne sie wenigstens zu nennen. Ein bisschen komme ich mir hier vor wie in der South-Park-Folge mit dem „Flaggenkrieg“. Konsequenterweise wird dieses Experiement mit KI-Kunst bis auf weiteres eines meiner letzten  bleiben.

Weiterführende Literatur