For some time now, a small link on the blog has pointed to a shop for this blog.

T-Shirt-Design für lau

The shop originated from a T-shirt design I created and printedon the spur of the moment for a Fridays-for-Future demonstration a few years ago. The nerdy pseudo programming code, that could be interpreted as a call for a digital climate strike, führte mehrfach zur Frage, wo sich das Motiv beziehen ließe. Ich habe die Druckvorlagedatei damals persönlich verschickt.

Inzwischen ist die Datei als kostenloser Download und das T-Shirt als Print-on-Demand bestellbar. Im Gegensatz zur schwarzen Null der digitalen Datei sind T-Shirt und Hoodie bewusst hochpreisig: als Protest gegen billige Fast-Fashion-Massenware und zur Demonstration einer grafischen Darstellen der Preisanteile, die sowohl die eigene Gewinnmarge als auch die Kostenanteile der Lieferkette offenlegt.

Lieferketten- und Preistransparenz kein Standard?

Trotz Lieferkettentransparenzgesetzen leider keine Selbstverständlichkeit.

Vor einigen Jahren habe ich für den engagierten Lebensmittelversand- und Marktverkäufer FoodTogether die Tabelle zur Veranschaulichung der Preisanteile programmiert. Anders als mein Open-Mind-Culture-Beispiel haben damals nicht die Shopware-Software eingetzt, später aber überlegt, den Online-Shop bei Gelegenheit zu migrieren. Weil auch Shopware eine solche Anzeige von Preisanteilen nicht standardmäßig ermöglicht, hatte ich diese Funktion vorab als Shopware-Plugin programmiert, so dass das auch andere Anbieter gerne nutzen können:

Während Websitebetreiber:innen gerade vor dem verschärften Verbraucherschutzgesetz bezüglich Anti-Greenwashing zittern und umweltfreundlich und nachhaltig in resilient umbenennen, greift gegen Lieferketten- und Preistransparenz für viele die Omnibus-Ausnahme und gegen konsequente Barrierefreiheit die gesellschaftliche Ignoranz.

Ermüdung zwischen Goethe, Oppenheimer und OpenAI

Ich werde langsam müde zu schreiben.

Developers for Future T-Shirt, Fridays for Future 2019
Developers for Future T-Shirt, Fridays for Future 2019

Anstelle einer ernsthaften Lösung wichtiger Probleme stecken die meisten Unternehmer:innen den Kopf in den Sand der sogenannten künstlichen Intelligenz und lassen sie Texte schreiben, die früheren Marketing-Bullshit noch unterbieten. Und von Weltpolitik will ich ja eigentlich gar nicht mehr reden. Schließlich ist das hier ein “Open Mind Culture” Blog, worunter viele sehr unterschiedliche Dinge verstehen könnten, ich aber eine geistige Weltoffenheit im Sinne von Oppenheimer. Vielleicht trägt mein Shop auch dazu bei, zu verdeutlichen, dass es hier nicht um Yoga oder bewusstseinsverändernde Substanzen geht.

Warum ich trotzdem schreibe, abgesehen vom Goetheschen Dilemma, reden sei ein Bedürfnis und zuhören eine Kunst, ist tatsächlich der Versuch, mir mit authentischen Äußerungen langfristig Gehör zu verschaffen, wenn das Eche des Slops verhallt ist. Open Mind Culture ist und bleibt ein Beispiel für Webseiten, wie sie sein sollten und können: sinnvoll, bedacht, elegant und leichtgewichtig, ganz egal welche Technologie konkret dazu verwendet wird. Im Falle meines Online-Shops ist das nicht zufälligerweise Shopware, eine deutsche Software, die – ähnlich wie WordPress – eine kostenlosen, quelloffenen und gemeinwohlorientierten Basis mit optionalen kommerziellen Erweiterungen verbindet. Das Prinzip hat sich seit Jahrzehnten in der Open-Source-Szene bewährt und ermöglicht volle Kontrolle über die eigenen Daten bei kalkulierbaren Kosten. Somit schließt sich der Kreis zur Preistransparenz.

Als Quelle zitiere ich hier meine eigene Studie über meinen eigenen Online-Shop. Sie belegt, was auch mein Kontoauszug und mein Stundenzettel zeigt: Shopware muss nicht teuer sein, auch wenn es tatsächlich häufig in hochpreisigen Business-Projekten eingesetzt wird. Wer weitere Details lesen möchte, findet sie ebenda:

Was ihr im Shop ansonsten findet, ist anfangs nicht viel. T-Shirts, Hoodies und Notizbücher mit zwei verschiedenen Motiven in einer überschaubaren Anzahl an Farben und Größen, dazu die eingangs erwähnte Developers-for-Future-T-Shirt-Motiv-Vorlage als Gratis-Donwload. Auch dazu nochmal der Link:

Warum ich AI hier nochmal erwähne: der Hype ist leider nicht vorbei, und es tut ja auch viel Gutes. Aber es halluziniert und manipuliert eben auch, tendenziell zugunsten der kalifornischen Tech-Bros und ihren Freunden. Außerdem verbrennen die Rechenzentren und eigens dafür neu gebaute Kraftwerke unglaublich viel fossile Rohstoffe, damit Chatty und Claude mit euch chatten können. Traurig, aber wahr.

Was sich ändert und was bleibt

Resilient ist also das neue nachhaltig: Verbraucherschutz gegen Greenwashing, sowie wirtschaftliche und politische Prioritäten haben “nachhaltig” trendmäßig vedrängt, aber das ist auch gut so. Dann reden wir eben von Langlebigkeit, Resilienz und Teilhabe. Nennt es wie ihr wollt, aber nachhaltig elegentes Webdesign, effiziente Umsetzung und kontinuierliche Wartung sind heute wichtiger denn je, denn Kreativität braucht Menschen, die fühlen, verstehen und mitdenken. Startups und Initiativen brauchen Lösungen, die mitwachsen. Dass künstliche Intelligenz immer wieder an denselben Dingen scheitert, ist kein Zufall. Ihr fehlen Verantwortung, Intuition und Lebenserfahrung, und im Gegensatz zu exakter Programmierung macht sie das Manko nicht durch Zuverlässigkeit wett.

Egal ob Resilienz, Nachhaltigkeit oder Langlebigkeit: Kultur existiert nicht nur heute und morgen. Kultur entwickelt sich stetig und wird über viele Generationen weitergegeben.

Open Mind Culture gibt es als Weblog immerhin schon anderthalb Jahrzehnte. Das Motto ist noch viel älter und geht auf konkrete Musik- und Kulturveranstaltungen in den 1990er-Jahren zurück. Die eigentliche Idee ist vermutlich so alt wie die Menschheit. Von der habe ich mich im Laufe der Jahre publizistisch merklich entfernt und schrieb in letzter Zeit viel über mich selbst und mein Geschäft als selbstständiger Webentwickler. Auch das wird sich wohl wieder ändern. Inspiration und Ideen gibt es genug, bloß Zeit und Geld sind begrenzt, aber auch daraus ergibt sich ja idealerweise ein Erkenntnisgewinn.

Was noch wichtig war und wird:

Trotz aller anderer Trends, Prioritäten und Rückschlägen: ja, es gibt immer noch eine aktive For-Future-Bewegung.

I still support Creatives for Future Germany, and I’m still doing (mostly technical) support for the (German) Psychologists for Future project Das kannst du tun.

The website features psychological insights to help people find ways to take action, make an impact, and overcome ignorance and resignation. All focusing mostly on ecological climate action, but it all makes sense for social, justice, and other democratic commitment as well. Unter anderem ist da die Rede von den Drachen der Untätigkeit, wie der Psychologe Robert Gifford sie nannte, und wie das Gehirn zum Klimaleugner wird. Dazu sind sehr spannende Cartoon-Zeichnungen zu sehen, unter anderem zum ökologischen Handabdruck. Alles natürlich handgemacht und noch vor AI entstanden. Allein die Bilder sind einen Besuch der Seite wert, auch für alle, die keine Lust zu Lesen haben oder die Sprache nicht verstehen.

Ich könnte hier noch ein paar alte Artikel verlinken, denn eigentlich ist doch schon längst alles gesagt, oder?