Open Mind Culture

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Gedenken an Leila Alaoui

Die Fotografin Leila Alaoui wurde in Ouagadougou von Terroristen ermordet. Sie arbeitete dort an einer Reportage über Frauenrechte. Ihre Serie beeindruckender Portraits aus Marokko war derweil in Paris zu bewundern. Gedenken an eine Künstlerin die in Deutschland nur wenige kannten. www.leilaalaoui.com

Fotografin Leila Alaoui mit Portraitfotos auf der Ausstellung in Paris
Foto © Leila Alaoui

Alles super hier? Superhelden, Supermodels, Superfood

Abhängen, „Superfood“ futtern und Superhelden anhimmeln? So sind wir, das verraten die Kino-Bestseller-Listen. Aber wie gefährlich ist die moderne Heldenverehrung? Welche Vorbilder geben uns die Superstars und Topmodels in den Medien? Und wer protestiert denn mal gegen Gleichschaltung und Verblödung? Pink Stinks zum Beispiel, und zwar mit kreativen Aktionen nach dem Motto :

Julien Bam: Realität vs. Musik

Mit Musik geht alles besser! Schauplatz Kölner Hauptbahnhof: hektische Menschenmassen, bunte Partygäste, empörte Demonstranten, gestresste Bahnreisende, lange Schlangen an den Zügen und vor den Toiletten. Musik und Street Dance lassen uns die Szenerie im Video von Julien Bam aus einer künstlerischen Perspektive betrachten. Da darf auch der Schaffner sich von seiner coole Seite zeigen.

Ausbildung statt Abschiebung: der Pianist Aeham Ahmad bekommt Beethoven-Preis

Der Pianist Aeham Ahmad hielt sehr lange dem syrischen Bürgerkrieg stand und reiste mit seinem Klavier durch die zerstörte Stadt, um mit seiner Musik Freude und Hoffnung zu verbreiten. Religiöse Fanatiker zerstörten sein Klavier, nun ist auch Ahmad ein syrischer Flüchtling in Deutschland. Für seinen Mut und seine Hoffnung erhielt er nun den internationalen Beethoven-Preis.

Ein ausführlicher Bericht findet sich bei der gemeinnützigen Organisation Ausbildung statt Abschiebung (AsA) e.V.:
asa-bonn.org/verleihung-des-internationalen-beethoven-preises-an-den-syrisch-palaestinensischen-musiker-aeham-ahmad-2

Keine geschlossene Gesellschaft – und keine Festbeleuchtung für Wutbürger

In einem reichen, privilegierten Land wie Deutschland zu leben, verleitet anscheinend zur Bequemlichkeit, und die allgegenwärtige Werbung propagiert Genuss und Verschwendung anstelle von Liebe und Gerechtigkeit.
Im Mittelmeer, direkt vor den Stränden unserer Urlaubsziele, ertrinken Flüchtlinge, die ihr letztes Geld an Menschenschmuggler zahlten, weil ihre Heimat von skrupellosen Despoten und religiösen Mörderbanden zerstört wurde. Ein Teil des deutschen Reichtums erwirtschaftet die Industrie mit der Verkauf von Waffen in diese Kriegsgebiete. Unsere Autos verbrennen Öl aus umweltschädlichem Fracking und Biodiesel von Feldern, die Nahrung für Hungernde liefern könnten. Wir kaufen Mode, Schokolade und Technik, die mit Ausbeutung und Kinderarbeit hergestellt wurde. Deutschland profitiert in diesem Sinne von der Globalisierung. Wenn dieser Profit nicht bei allen ankommt, sollte man für eine gerechtere Welt eintreten. Stattdessen die Schuld bei Kriegsflüchtlingen, moslemischen Gemeinden und Intellektuellen zu suchen, ist nicht hilfreich. Das sieht zumindest in weltoffenen Metropolen wie Köln die große Mehrheit ebenso. Die kleine Demonstration der Wutbürger Anfang Januar stand nicht nur im Schatten der vielfach größeren Gegenveranstaltung, sondern wortwörtlich im Dunklen, weil die Beleuchtung von Kölner Dom, Stadion und vielen Häusern und Geschäften aus Protest gegen die fremdenfeindliche Kundgebung an diesem Abend ausgeschaltet wurde.

Kaufen und helfen

Mithilfe von Seiten wie ­Bildungsspender.de ­Planethelp.de­ oder ­Schulengel.de­ können Kunden online einkaufen und in der realen Welt Gutes tun. Will ein Kunde zum Beispiel eine Waschmaschine kaufen, geht er vorher auf eine solche Seite und wählt aus Hunderten von Läden einen aus, beispielsweise Jako-O, Zalando oder OTTO. Klickt man etwa den OTTO-Versand an, wird er auf dessen Seite geleitet. Wenn er dort bestellt, verspricht Otto, 6 Prozent des Preises an eine Hilfsorganisation zu spenden. Der Kunde kann zuvor auswählen, an welche Organisation oder Einrichtung das Geld gehen soll. Das kann auch die Schule der eigenen Kinder sein. Falls sie dort noch nicht registriert ist, kann er das selber nachholen. Siehe auch: „Beim Kaufen Gutes tun“ – Bericht der Stiftung Warentest.

Wer einen neuen Laptop-Computer kauft, hat dadurch ein älteres, aber meistens noch funktionstüchtiges Modell übrig. Wenn kein Bedarf in der eigenen Familie besteht, kann man das Gerät
der
Hilfsorganisation Labdoo
spenden. Es wird dann als Internetzugang für Schulen verwendet, die sich keine eigenen Computer leisten können.

Armedangels – Fairness Is Never Out Of Fashion

Mode ist nicht nur Chic, Design und Ästhetik, sondern leider oft auch Umweltzerstörung, Hungerlöhne und Kinderarbeit. Das muss nicht sein: Immer mehr Designer, Labels und Shops bieten Mode, die nicht nur fair und ökologisch ist, sondern auch cool und elegant. So auch Armedangels: Aus der Studenten-WG im Belgischen Viertel von Köln ist inzwischen ein professionelles Team geworden, das immer noch den Plan verfolgt, „das fairste Modelabel der Welt zu werden“. Info und Online-Shop: www.armedangels.de

Armedangels Store in Köln
Foto © armedangels

Unbekannte Wege: tanzende Geister und grafische Gedanken

Im Kunsthaus Erkrath erstrahlt zurzeit die farbenfrohe Acrylmalerei der Künstlerin Brigitte Bruns, die unter dem Motto „Unbekannte Wege“ neue und ältere Werke ausstellt. Herbstlich und geheimnisvoll wie das Bild „Tanzende Geister“ oder hell und sonnig wie „Caribic Feeling“, lassen die, oft von Reisen inspirierten, Werke vielfältige Deutungsmöglichkeiten zu, denn „Kreativität ist Neugier auf die Welt in all ihren Farben.“

Acrylgemälde von Brigitte Bruns

Die Ausstellung „Unbekannte Wege“ ist noch bis zum 2.11.2014 im KunsTHaus Erkrath zu sehen.

Zeitreisende in der Literatur

Die Farben der Zeit (Original: To say nothing of the dog, 1997) von Connie Willis ist eins dieser Bücher, dem man besser nicht das Etikett „Science Fiction“ aufdrücken sollte. Science kommt nur am Rande vor (und ist hier weder glaubwürdig noch relevant). Interessant sind die Zeitreisen, die vor allem ins viktorianische Zeitalter in England führen und besonders alle diejenigen amüsieren werden, die sich mit der Literatur jener Zeit gut auskennen. Ich gehöre eigentlich nicht dazu und habe bestimmt die eine oder andere Anspielung verpasst, aber das Buch hat mir wirklich viel Spaß gemacht. Die Situationskomik versteht man so oder so.

Weitere eher romantische Zeitreisen beschreiben Die Frau des Zeitreisenden von Audrey Niffenegger, und die Edelstein-Trilogie von Kerstin Gier (Liebe geht durch alle Zeiten, mit den Titeln Rubinrot, Saphirblau und Smaragdgrün).

Der bekannte Comedian Will Smith reist im dritten Teil von Men in Black in die wilden Sechzigerjahre. Die Science-Fiction-Parodie ist gute Unterhaltung für die ganze Familie mit einem mitreißenden Soundtrack.

Denzel Washington reist in dem atmosphärischen Krimi Déjà Vu durch die Zeit, um einen merkwürdigen Fall in San Francisco zu lösen, während der österreichische Schauspieler und spätere Gouverneur von Kalifornien, Arnold Schwarzenegger in dem Film Terminator als böser menschenähnlicher Roboter aus der Zukunft Angst und Schrecken verbreitet. Vielleicht noch bekannter ist der zeitlos beliebte Kultfilm Zurück in die Zukunft.