War 2021 ein gutes Jahr? Finanziell vielleicht, ansonsten viel Grund zum Meckern: seit zwei Jahren jeden Morgen nichts als Corona in den Medien: die Unfähigkeit und der Unwillen der Politik, Probleme zu lösen, und der innenpolitische Tunnelblick der deutschen Medien haben es geschafft, Klimakrise, Kriege und Armut fast vollständig aus der Berichterstattung zu verdrängen. Und nun?

Zum Ende des Jahres ein paar Ideen, wer außer den netten Ladenbesitzer:innen in der Nähe, Handwerk und grünen Startups unser Geld gut gebrauchen kann.

Humanitäre und globale Hilfe

Als ehemaliger Christ spende ich nicht den Kirchen, sondern den Ärtz:innen ohne Grenzen. Auch Sea Watch (Rettung geflüchteter Menschen unter anderem im Mittelmeer), Sea Shepherd (ähnlicher Name, aber für Tierwohl und Naturschutz auf See), Greenpeace und den Bund für Umwelt und Naturschutz unterstütze ich gerne.

Nach dem, zumindest für mich, enttäuschenden Wahlergebnis, das 2021 immerhin grüne Kompromisspartei mit an die Regierung brachte, und der beharrlichen Ignoranz weiter Teile der Gesellschaft, schlimmer noch, Spott und Anfeindungen gegenüber Aktivist:innen, braucht die Nachhaltigkeitsbewegung überall, auch auf der Straße, mehr Unterstützung, konkret beispielsweise Fridays for Future oder Extinction Rebellion.

Geld liegt nicht auf der Straße

A propos Straße: während ich mit meinem Laptop arbeite und nebenbei heißen Kaffee trinke, erfrieren Menschen auf der Straße, mitten im reichen Deutschland!!! Housing First durchbricht den Teufelskreis (keine Arbeit ohne Wohnung, keine Wohnung ohne Arbeit). In jeder großen Stadt gibt es Initiativen gegen Obdachlosigkeit, oft mit lesenswerten Straßenmagazinen wie fiftyfifty in Düsseldorf oder draußen! in Münster. Insidertipp: nicht nur spenden, sondern auch kaufen und lesen!

Open Source für eine offene und gerechte Gesellschaft

Reporter:innen ohne Grenzen und die Stiftungen Wikimedia Foundation (Betreiberin des Wikipedia-Lexikons) und Mozilla Foundation (u.a. Herausgeberin des unabhängigen Web-Browsers Firefox) freuen sich über Unterstützung von allen, denen Meinungsfreiheit, freie Software und eine gemeinnützige Weiterentwicklung des Internets unabhängig von gewinnorientierten Firmen wichtig ist.

Dies ist nur ein kleiner Ausschnitt förderungswürdiger Organisationen. Medizin, Forschung, Geschlechtergerechtigkeit, fairer Welthandel und politische Freiheit werden von vielen einzelnen Menschen und Gemeinschaften unterstützt.

Nachhaltige Vorsätze für ein neues Jahr

Abgesehen von Spenden nehme ich mir vor, im neuen Jahr meine eigenen Geschäfts- und Kaufentscheidungen zu verbessern. Welche Produkte kaufe ich wo? Mit welchen Dienstleister:innen arbeite ich zusammen, und wen unterstütze ich indirekt durch deren Lieferketten? Für welche Kunden arbeite ich zu welchen Bedingungen? Trage ich mein neues Laptop im Rucksack nach Hause oder bestelle ich gar die Brötchen in Plastik verpackt vom Lieferdienst? Trage ich faire Mode? Warum sendet mein Handy so viele Daten an Google? Wie kann ich die Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) im Alltag und im Tagesgeschäft fördern?

Bitte spenden Sie für Obdachlose!

Copyright-Hinweis: das Beitragsbild enthält einen Screenshot der fiftyfifty-Galerie Düsseldorf und zeigt eine Person mit einem Pappschild mit der Aufschrift „bitte spenden Sie für Obdachlose!“

Person mit einem Pappschild mit der Aufschrift: bitte spenden Sie für Obdachlose! und den Schlagworten Housing First, Sea Watch, Sea Shepherd und Wikipedia