Digital Nomads und das Home Office-Dilemma

Viele wollen gerne Home-Office machen und dürfen nicht, aber wenn man es darf oder gar muss, freut man sich vielleicht auch schnell wieder über die Reisetage mit Bahn, Büro, Meetings und gemeinsamer Mittagspause.

Das Arbeiten von zu Hause zeigt auch, welche Probleme das 2020 immer noch mit sich bringen kann, aber generell funktioniert es fachlich überraschend gut, und anlässlich der globalen Corona-Pandemie sind Alternativen zur Präsenzkultur und häufigen Dienstreisen dringend nötig. Wichtig sind vor allem Kommunikation, Dokumentation und Selbstdisziplin, also Tugenden die auch bei der gemeinsamen Arbeit am gleichen Standort nicht verkehrt sind.

Die romantische Utopie des Digital Nomad ist ein reisender Lebensstil, der es einem erlaubt, quasi von überall aus zu arbeiten. Selbst in den digitalen Berufen keine Selbstverständlichkeit. Arbeiten, wo andere Urlaub machen: möchte man das wirklich? Oder doch lieber arbeiten, wo andere arbeiten und Urlaub machen, wo andere Urlaub machen?

Smart Cities, Verkehrswende und Datenschutz

Aktuelles Beispiel in der Datenschutzdebatte ist die Zukunft unserer Infrastruktur. “Smart Cities“, “Smart Home” und elektronische Medizintechnik wecken gleichermaßen Hoffnungen und Befürchtungen. Moderne, lebenswerte Städte ohne Stau und ein langes, gesundes Leben erhoffen wir uns dank Vernetzung und künstlicher Intelligenz, jedoch wird dabei oft die natürliche Intelligenz (das eigene Gehirn) ausgeschaltet und die Herausforderungen bezüglich Datenschutz und Sicherheit vergessen. Technologischer Fortschritt ist kein Selbstzweck, sondern ein Werkzeug dessen sich die Menschen bedienen können.

“Die Stadt der Zukunft ist keine Frage von „smart city“-Technologie, sondern von Intelligenz vor Ort,” schreibt Martin Randelhoff im Blog Zukunft Mobilität.

Creative and Smart City (Wikipedia)
Creative and Smart City (Wikipedia)

 

Die Datenschutzdebatte ist inzwischen auch bei den Vorreitern von “Big Data” angekommen. So beschäftigt das, oft als “Datenkrake” kritisierte Unternehmen Google in München ein eigenes Datenschutz-Team und fordert ihre Nutzer dazu auf, die Privatsphäre-Einstellungen zu nutzen, und Social-Media-Schwergewicht Facebook gibt in großen Werbeanzeigen Nachhilfe in Sachen Medienkompetenz. Die Verkehrswende bleibt jedoch weiterhin ein unerfüllter Traum. Täglich stehen Millionen Pendler im Stau und viele denken beim Thema Verkehrswende vor allem an Elektromobilität, Drohnen, Lufttaxis und Raketen. Wichtiger wäre aber, den vernachlässigten Ausbau von Bahnstrecken und Radwegen nachzuholen und die bestehende Infrastruktur vor dem weiteren Verfall zu schützen. Das funktioniert im Übrigen auch mit bestehenden Mitteln und ganz ohne Technologie aus Amerika und Fernost.

Nachdem die ersten Schritte in Richtung “Smart Home” von “digital naiven” buchstäblich Tür und Tor für Hacker geöffnet haben (u.a. mit unverschlüsselten Passwörtern bei elektronischen Türschlössern), muss die weitere Digitalisierung der Gesellschaft professionell betrieben werden, anonsten wird sie besonders in Deutschland weiterhin auf große Skepsis stoßen.