Nachhaltigkeit und Müllvermeidung

Nachhaltigkeit und Müllvermeidung sind besser als das “Entsorgen”, erst Recht in einem Land mit zweifelhafter Recyclingquote (vgl. “Deutschland, Recyclingland?”, FAZ, September 2018; “Die Plastik-Lüge”, Die ZEIT, April 2018 ).

Die Bloggerin Shia Su hat sich als “Wasteland Rebel” radikal gegen die Wegwerfgesellschaft entschieden ohne dabei auf die Annehmlichkeiten eines modernen Lebens zu verzichten.

“Wasteland Rebel” Shia Su

Das Zero-Waste-Motto “Refuse, Reduce, Reuse, Recycle, Rot” hilft außerdem dabei, Geld zu sparen. Details und Anregungen sind in ihrem Buch “Zero Waste” und in ihrem Blog “Wasteland Rebel” zu finden.

Verpackungsfreie Läden

Auch im Handel setzt langsam ein Umdenken ein. Cafes und Bäckereien füllen Kaffee in mitgebrachte Mehrwegbecher und in Unverpackt-Läden wie der “Flinse” in Düsseldorf-Flingern werden Lebensmittel ganz ohne Umverpackung angeboten. Solche Läden sind beispielsweise auf zerowastemap.org zu finden.

Upcycling, Second Hand und Stilbewusstsein

In der Mode hat das Reduce + Reuse-Prinzip in Form von Second-Hand-Läden und Upcycling schon lange einen festen, aber nicht allzu großen Platz. Ein kreativer und stilbewusster Umgang mit Mode kann aber dazu beitragen, Fehlkäufe zu vermeiden und das Geld nicht für vermeintliche Trends auszugeben, die zudem sehr oft unter menschenunwürdigen Bedingungen mit minderwertiger Qualität produziert und massenhaft in den verwechselbaren Modefilialen der großen Ketten auf den Markt geworfen werden. Reduzieren bedeutet nicht, ganz auf Konsum zu verzichten, sondern weniger und dafür bewusster einzukaufen.

Maker und Laptopspender

Selbst in der schnelllebigen Welt der Elektronik und Computertechnik zeigen Maker-Szene und Open-Source-Bewegung, dass nicht jedes Gerät bei Erscheinen eines neueren Modells in den Elektroschrott gehört. Der gemeinnützige Verein Labdoo bereitet gespendete Laptops auf, so dass sie von Bildungseinrichtungen genutzt werden können (hautpsächlich in den so genannten Entwicklungsländern, aber manche deutsche Schule könnte eine solche Technikspende vermutlich auch gut gebrauchen).

Siehe auch: ausgediente Laptops der Bildung spenden
Siehe auch: wastelandrebel.com/de/wohin-mit-kaputten-elektro-geraeten/

Green Showroom, Ethical Fashion und der Trend zum eigenen Stil

Umweltbewusste Mode ist im Mainstream angekommen. Auf der Berlin Fashion Week 2016 gibt es einen Green Showroom und die Ethical Fashion Week. Ökologische Mode verliert nun endlich ihr früheres Nischendasein.

Eine anderer interessanter Trend zu Upcycling, Second-Hand und Handarbeit (DYI – Do It Yourself) stellt ebenfalls eine Alternative zur modischen Massenproduktion der großen Labels und Kaufhäuser dar. Überfluss und Wegwerfgesellschaft wecken das Bedürfnis nach guten Dingen, die Bestand haben, persönlicher Stil und eine feine Auswahl wirklich passender Kleidungsstücke macht auf Dauer glücklicher als der vermeintlichen Mode hinterherzulaufen. Personal Shopper, Aufräum- und Stilberatung erfahren entsprechenden Aufwind, denn mit viel Erfahrung und geübtem Blick kann eine Mode- und Stilberaterin schnell helfen, Ordnung in überquellende Kleiderschränke zu bringen.

Ethical Fashion Show Berlin (Quelle: http://ethicalfashionshowberlin.com)

Armedangels – Fairness Is Never Out Of Fashion

Mode ist nicht nur Chic, Design und Ästhetik, sondern leider oft auch Umweltzerstörung, Hungerlöhne und Kinderarbeit. Das muss nicht sein: Immer mehr Designer, Labels und Shops bieten Mode, die nicht nur fair und ökologisch ist, sondern auch cool und elegant. So auch Armedangels: Aus der Studenten-WG im Belgischen Viertel von Köln ist inzwischen ein professionelles Team geworden, das immer noch den Plan verfolgt, “das fairste Modelabel der Welt zu werden”. Info und Online-Shop: www.armedangels.de

Armedangels Store in Köln
Foto © armedangels

Post-Privacy, Transparenz- und Fakebook-Kunst

Vielen ist Datenschutz anscheinend egal. Scheinbar gleicht ihr Leben einem offenen Tagebuch, in dem sie intime Details und peinliche Geheimnisse preisgeben, ganz im Sinne des Post-Privacy-Mottos, man solle nicht löschen und vergessen, sondern verzeihen. Doch vieles, was man im Internet mit Freunde und Fremden teilt, ist von der Wahrheit weit entfernt. Digitale Lügen und geschönte Wunschbilder dominieren die Daten der Massen. Unerwünschte Ansichten werden verschwiegen oder nur mit denen geteilt, die ohnehin die gleiche Meinung haben. “Auch im Netz regiert die Schweigespirale,” berichtete die FAZ.

Mehrere künstlerische Projekte beschäftigen sich mit diesen Phänomenen. Als “Fakebook” produzierte die niederländische Künstlerin Zilla van den Born ihren glaubhaften, aber erfundenen Bericht über eine vermeintliche Asienreise. Die manipulierten Fotomontagen und Chat-Kulissen täuschten sogar Freunde und Eltern. Mit ihrem “Fakebooking” kritisiert Zilla die Leichtgläubigkeit, mit der wir oftmals Opfer geschönter Bilder und Werbebotschaften werden.

Intimacy 2.0 (Quelle: Wikimedia)

Während es an politischer Transparenz oft mangelt, ist modische Transparenz überall zu sehen. Das Kunstprojekt Intimacy 2.0 von Daan Roosegaarde spielt mit Selbstdarstellung und Voyeurismus und zeigt Stoffe die bei Erregung durchsichtig werden.

Ungewollte Transparenz thematisieren Xuedi Chen und Pedro Oliveira. Mit ihrem Data Striptease x.pose wollen sie unsere unbewusste Dauerentblößung bewusst machen, indem sie sie “aus der vermeintlich unkonkreten virtuellen Welt” in die materielle Realität übertragen. Das Kunstwerk ist ein interaktives Kleid, dessen Elemente die Stadtviertel von New York repräsentieren. Die einzelnen Elemente werden transparent, wenn die Künstlerin den entsprechenden Stadtteil besucht.

Yin Xiuzhen aus China macht aus Kleidern Kunst

Yin Xiuzhen (Foto: dpa)
Foto: Caroline Seidel/dpa +++ © dpa – Bildfunk +++

Bericht über die faszinierende Ausstellung einer faszinierenden Künstlerin aus China: Yin Xiuzhen steht am 14.12.2012 in der Kunsthalle in Düsseldorf (Nordrhein-Westfalen) vor ihrem Objekt “Collective Subconscious”. Zu sehen sind ihre Kunstwerke vom 15.12.2012 bis 10.03.2013 in der Düsseldorfer Kunsthalle.
www.kunsthalle-duesseldorf.de

Öko – ökologisch, ökonomisch, aber auch schön?

Natürlich, so kanns gehen – umweltfreundlich, praktisch und gleichermaßen schön, und weil auch hier ein gesundes Misstrauen gegenüber großen und billigen Anbietern vor möglichem Betrug und Etikettenschwindel angebracht ist, lohnt sich auch hier der persönlich bekannte Hersteller.

Was bei Nahrungsmitteln inzwischen hinlänglich bekannt ist, wenn auch oft nicht beachtet wird, gilt auch mehr und mehr für Mode und andere Lebensbereiche. Ökologische und faire Produktion ist eines, lokale also heimische Herstellung ein wichtiger anderer Aspekt für Umwelt und Arbeitsmarkt, und auch das Recycling muss man nicht der Müllabfuhr überlassen, sondern man findet in kleinen Läden witzige und nützliche Ideen nach dem Motto aus alt mach neu!

Grüne Mode – www.kirstenbrodde.de
Eco Fashion Guide von EcoFashionWorld.com
Green Fashion bei EcouTerre.com
Green Fashion bei TreeHugger.com

Video-Dokumentation: Das gerechte Hemd – Indiens Bio-Baumwolle