In eigener Sache: mein Open-Mind-Blog war bisher komplett werbefrei. In Zukunft werden gelegentlich Anzeigen zu sehen sein, und ein Klick auf diese bringt vielleicht ein bisschen Kleingeld für die Serverkosten, aber vor allem die Erkenntnis, wie Google mit kleinen 08/15-Blogbetreibern umgeht.

Wer mich ernsthaft unterstützen möchte, kann das als Kunde, auf Patreon oder bei Buy Me a Coffee tun.

Werbeeinnahmen: Kleingeld für meine Serverkosten

Technologisch und gesellschaftlich spannende Projekte werden hier bloß am Rande gestreift, denn Open-Mind-Culture ist und bleibt bis auf weiteres ein WordPress-Blog mit kostenlosen Themes und Plugins, Google-Schriftarten und ab jetzt auch wieder Google Ads und Analytics, und dient mir auf diese Weise als Experimentierfeld für die WordPress-Entwicklung.

Die meisten Links, die ihr hier findet, sind ohne jegliches finanzielle Interesse aus reinem inhaltlichen Interesse gesetzt, die wenigen selbst gewählten Affiliates wären ebenfalls gut genug gewesen, um sie auch ohne Gegenleistung zu verlinken, aktuell sind dies das Kölner Öko-Mode-Startup Armedangels und die IT-Jobvermittlung 4Scotty.

Bannerwerbung: nur rentabel durch Klickbetrug?

Bei den klassischen Werbebannern handelt es sich dagegen um Inhalt, der nicht von mir, sondern von Google ausgewählt wird und der dir vermutlich sehr bekannt vorkommen wird. Gerne darfst du trotzdem mal draufklicken, schließlich bezahle ich den Server, ohne den du diesen Artikel gar nicht zu Gesicht bekommen hättest. Aus technischer Sicht ist es interessant zu sehen, dass die automatische Platzierung der Werbung inzwischen auch ohne vorbereitete Freiflächen funktioniert.

Noch interessanter finde ich allerdings die Beobachtung, was teilweise für ein scheinbar sinnloser Quatsch erscheint, der mich jedesmal daran zweifeln lässt, ob das Geschäftsmodell „Online-Werbung“ nicht zu 90% nur noch durch Klickbetrug funktioniert.

Die blinde Datenkrake

Es ist beinahe lustig, wie viel schlecht gemachte und unpassende Werbung mir angezeigt wird. Ich hoffe, dass eure Auswahl ein bisschen schöner ist, sofern ihr nicht sowieso einen Werbeblocker verwendet. Hier eine kleine Collage aus Bannern, die in meinem Blog und in einer digitalen Tageszeitung erschienen:

Collage dümmlicher Werbebanner

Nutzlose Personendaten

Kontextbezogene Werbung war eine praktische Sache, doch die heutige Werbeindustrie arbeitet mit personenbezogener Werbung. Dazu erheben sie unververhältnismäßig viele personenbezogene Daten, um auf dieser Grundlage meist ziemlich unpassende Werbung auszuspielen, seien es Produkte, die nicht interessieren oder solche, die interessieren, aber bereits gekauft wurden. Diese sinnlosen Anzeigen erscheinen dann auf fast jeder Website, die die üblichen Werbenetzwerke einbindet, so wie auch hier, leider.

Clean Adverstising

Das hat Jeremy Keith in seinem Beitrag Clean advertising gut auf den Punkt gebracht: „there’s a problem with behavioural advertising. It doesn’t work. Forget privacy: you’re terrible at targeting anyway.“

Werbeblocker und andere Alternativen

Waren Werbeblocker zunächst ein großes Versprechen, sehen manche sie immer noch als Verschlimmbesserung an. Hatte die Werbeindustrie zunächst technologisch gegen ihre Wirksamkeit kämpft, gab es später die Möglichkeit, sich gegen Zahlung an die Adblock-Hersteller eine Ausnahme zu erkaufen. Selten kam es vor, dass versehentlich ein erwünschter Inhalt gelöscht wird, häufiger dringt trotz allem eine ganze Menge unerwünschter Werbung durch die Filter, zumal sie teilweise als scheinbar redaktioneller Inhalt gekauft wurde (Advertorial).

browser warning: matches a known tracker

Die Blockade bleibt jedoch ein unvorgesehener Eingriff in Websites, und für manche Seitenbetreiber entfällt damit eine Einnahmequelle, ohne die beispielsweise kostenlose Blogs nicht mehr betrieben werden können. Der Umgang mit störender Werbung ist also gar nicht ganz so einfach, wie es auf den ersten Blick vielleicht scheint.

Digitales Rauschen für den Datenschutz

Adblocker sind eine der vielen Maßnahmen gegen störende Werbung und unverhältnismäßige Datenerhebung. Das Erzeugen pseudozufälligen Datenmülls ist eine weitere Option. Hier wird die Werbung nicht ausgeblendet, sondern versucht, das Targeting zu verwirren, es geht also primär um Datenschutz und nicht um das Ausblenden störender Ansprache. Das Projekt Make Internet Noise hat einen Zufallsgenerator programmiert, der Suchmaschinen mit zufälligen Anfragen befeuert, um das wahre Interessenprofil der Kunden in einer Art von digitalem weißen Rauschen untergehen zu lassen.