Disclaimer: dies ist keine Rechtsberatung und keine Steuerberatung! Alles sind lediglich Notizen persönlicher Erfahrungen, die ich selbst und Kolleg:innen Anfang der 2020er Jahre in Deutschland (u.a. Düsseldorf, Köln, Berlin) gemacht haben. Bitte recherchiert und lasst euch beraten, welche Regeln für euch tatsächlich gelten und wie ihr selbst am besten klar kommt!

Dieser Artikel ist noch unvollständig, aber schon öffentlich. Wer Ergänzungen und Anmerkungen hat, melde sich gerne!

Eine englische Version des Artikels wird es ebenfalls noch geben.

Zunächst mal die Frage: Möchte ich überhaupt selbstständig sein? Alternativen: Festanstellung bei einer Agentur, die dich an Kund:innen vermittelt (Arbeitnehmer:innenüberlassung), oder auch fest angestellt in Teilzeit mit ausdrücklicher Erlaubnis, nebenbei für andere Kund:innen tätig zu sein oder einfach mehr Zeit für Weiterbildung, Hobbyprojekte, Ehrenamt oder die eigene Familie zu haben.

Ämter, Steuern und Versicherung: digitale Steuererklärung per ELSTER funzt inzwischen gut digital, Coworkers sind auch mit inoffiziellen externen Apps sehr zufrieden. Begriffliche Verwirrung mit Arbeits- und Steuerrecht: „Ich habe mich als Freelancer selbstständig gemacht“ ist üblich zu sagen, bedeutet aber keineswegs im rechtlichen Sinne Freiberufler:in zu sein (das gilt nur für die sogenannten Katalogberufe).

Grauzone für Designer:innen je nachdem wie sehr der künstlerische Aspekt überwiegt. Ansonsten, vor allem als (Web) Developer melde ich einen Gewerbebetrieb an und bekomme eine Steuernummer. Eine UStID muss separat beantragt werden. Das Finanzamt gibt vor, ob ich möglicherweise vorab Umsatzsteuervoranmeldung und -vorauszahlung leisten muss. Wer deutsch spricht, ruft am besten an und lässt sich kostenlos beraten! Das kommt vermutlich auf die Stadt an, aber zumindest das Finanzamt Düsseldorf-Mitte war bisher sehr hilfsbereit und freundlich. Für Einkommensteuer und Gewerbesteuer gibt es Freibeträge, das heißt, wer nichts oder nicht viel verdient, zahlt auch keine oder nur wenig Steuern. Ebenso sind die Beiträge zur Krankenversicherung und Rentenversicherung abhängig vom Einkommen.

Wohnsitz, Wohnungsan-/ummeldung wann, wie, wo? nicht vorab. „innerhalb von 2 Wochen“ den Termin buchen genügt (in Berlin) und muss nicht im gleichen Bezirk sein. No German? Coworkers reported the officials to be very nice and helpful when you’re not speaking German (yet) and you’re new in the country, but beware still not speaking two years later. Herausforderung, als Nicht-EU-Bürger:in (expat from outside the European Union) ein Visum und Arbeitserlaubnis zu bekommen. Möglicherweise ist Deutschland als eines der strengsten und bürokratischsten Länder nicht gerade der einfachste Ort, um in Europa Fuß zu fassen? Umgekehrt wollen viele, die in einer deutschen Stadt aufgewachsen sind, hinaus in die weite Welt, träumen vom Leben im VW-Bus und fragen sich, ob ein fester Wohnsitz überhaupt nötig und wünschenswert ist. Hilfreiche Tipps aus eigener Erfahrung fand ich unter anderem bei Johanna und Marc in ihrem Blog „Vagabundenliebe“ (und ihren Büchern), beispielsweise zum Thema ortsunabhängige Gewerbeanmeldung: Gewerbeanmeldung ohne Wohnsitz und Betriebsstätte – nicht immer einfach.

Jobs bekommen? Was hilft: im echten Leben vernetzen, online sichtbar sein (z.B. durch Open Source / ehrenamtliche bzw. persönliche Demo-Projekte), und sich auf Online-Plattformen präsentieren, u.a. LinkedIn, XING, Freelancermap, Freelance.de, als Techniker:in (Dev) auch auf GitHub und StackOverflow, über beide Kanäle haben ich selbst und andere schon Aufträge und Stellenangebote bekommen. Sichtbarkeit auch durch eine eigene Portfolio-Website und Blogartikel auf der eigenen Website und/oder auf externen Plattformen wie The Practical DEV (DEV.to) oder Medium.

Last but not least: die nachhaltige Szene mit Schwerpunkt auf ethische und ökologische Projekte und Startups, bislang eine Nische, aber durch gesellschaftlichen Wandel angesichts von Krieg, Klima- und anderen Krisen und der resultierenden Gesetzgebung (u.a. nachaltiges Lieferkettengesetz) auch wirtschaftlich stark im Kommen mit wachsenden Budgets auch durch staatliche Fördermittel. Hier gibt es eigene Business-Netzwerke, unter anderem (bislang nur auf deutsch) Reflecta.Network und Verzeichnisse wie gute-seiten.org.

Um als nachhaltige:r Webentwickler:in glaubhaft zu sein, sollte die eigene Website einen möglichst kleinen ökologischen Fußabdruck haben (verifizierbar unter anderem über den WebsiteCarbon Calculator) und wer mit der eigenen Arbeit gutes Geld verdient, sollte mit gutem Beispiel voran gehen und es für gute Produkte investieren und an Open Source Software und ethische und ökologische Initiativen spenden. Außerdem gesellschaftlichen Nutzen (Impact) trägt es für mich auch zur Glaubwürdigkeit bei, wenn ich sehe, dass jemand GitHub Sponsor ist und diverse Online-Dienste wie Codepen usw. nicht nur in der kostenlosen Version nutzt.

TODO ergänzen, ausformulieren und Links ergänzen.